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 | GESCHICHTE DER CHIROPRAKTIK |
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Themenübersicht zu dieser Seite:
> Handgriffmedizin der Völker > Handgriffmedizin in Deutschland > Entstehung des Begriffs "Chiropraktik" > Heilpraktiker und Chiropraktik? > Schulmedizin und Chiropraktik? > Wohin soll der Patient sich wenden?
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Handgriffmedizin der Völker
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Chiropraktik ist wie viele Naturheilverfahren uralt und uralte Überlieferung. Die ältesten Zeugnisse aus diesem Bereich stammen von den Ägyptern. Auch von dem griechischen Arzt Hippokrates (460-377 v.Chr.) berichtet davon.
Jedoch scheint das Prinzip der Chiropraktik intuitiv von den Naturvölkern auf allen Kontinenten der Erde erfasst worden zu sein. So war es bei verschiedenen Völkern Brauch, bei Rückenerkrankungen, Kinder über den Rücken der Kranken gehen zulassen, um dort spürbare Verhärtungen aufzulösen. Man hatte erkannt, dass diese „Knoten“ die Funktionen des Körpers störten. In Osteuropa ließ man, statt Kindern, dressierte Bären über die Rücken der Kranken laufen, wiederum zum gleichen Zweck. Auf Hawaii gab es ähnliche Techniken, allerdings unter Zuhilfenahme von Bambusstöcken. In China legte man Kupfermünzen auf bestimmte Stellen der Wirbelsäule und übte dann gezielt auf die Münzen Druck aus, um die darunterliegende Wirbelsäule zu behandeln. Bei den Indianern Mexikos und Nordamerikas waren Rückgratbehandlungen auch bekannt – man nannte sie die „Umarmung des Viehhirten“ oder den „Druck des Landmannes“. > zum Seitenanfang > zum Seitenende
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Handgriffmedizin in Deutschland
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In Deutschland war das Korrigieren der Wirbelsäule ebenfalls immer ein Bestandteil der Volksheilkunde (dem alten Wort für Naturheilkunde) - als "Knochensetzen" oder "Gliedersetzen" .
Diese Handgriffmedizin wurde nur von Laienheilern ausgeübt. Von Hirten, Bauern und dem „umherziehenden Volk“. Sie kannten weder die Gesetze der Physik, der Chemie, noch Röntgenbilder. Stattdessen nutzten sie gekonnt ihre natürlichen Sinne. Sie beobachteten scharf, fühlten genau, trugen Erfahrungen zusammen und entwickelten so ganz gezielte Handgriffe, um Krankheiten des Rückens zu erkennen, zu lindern oder zu heilen. Dadurch entstand im Laufe der Zeit aus Beobachtung und Erfahrung ein bewährtes Behandlungsschema.
Meist wurde das „Knochensetzen“ ergänzt durch die Kräutermedizin, wie z.B. Rheuma-Tees oder die Umschläge aus Arnica-Tinktur. Das Grundprinzip war dabei, dem Körper nichts abzunehmen, sondern ihn individuell in seinen Funktionen zu stärken. Daraus entwickelte sich eine sehr vielfältige Kräutermedizin und noch heute ist es eine Kunst, die richtige Medizin für die Beschwerden des einzelnen Menschen zu finden. Wie die Chiropraktik, war und ist auch die Kräutermedizin reine Erfahrungsheilkunde und nicht wissenschaftlich entstanden. Einfach "etwas pflanzliches" zu verschreiben, nur weil der Patient aus Angst vor Nebenwirkungen heute danach fragt, hat mit echter Kräuterheilkunst nur wenig zu tun. Um das Jahr 1800 erweiterte sich die Kräutermedizin um die Homöopathie.
Bereits 1869 hob der Gesetzgeber den Anspruch der Ärzteschaft, allein Behandlung von Krankheiten durchzuführen, auf. War die "Erfahrungsmedizin" bis dahin immer eine Medizin, die neben der Schulmedizin im Verborgenen existierte, wurde sie durch die Einführung des Berufsstandes des Heilpraktikers als "Naturheilkunde" offiziell anerkannt. Hierzu gehörten u. a. die Kräutermedizin, die Homöopathie, Ab- und Ausleitungsverfahren, die Hypnose wie auch die Kunst des Knochensetzens ! > zum Seitenanfang > zum Seitenende
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Entstehung des Begriffs Chiropraktik
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Die Bezeichnung "Chiropraktik" für die Handgriffmedizin entstand erst um 1890 in Amerika. Die Entstehung des Begriffs geht auf den Amerikaner David Daniel Palmer zurück. Er setzte den Begriff "Chiropraktik" aus zwei griechischen Worten zusammen: "cheir" (Hand) und "practicos" (tätig), also: „mit der Hand tätig werden“ oder "be-handeln". Palmer kam in der moderneren Geschichte der "Handgriffmedizin" eine Schlüsselrolle zu. Jedoch war er weder Arzt noch Doktor, sondern ein sogenannter Magnetopath, der bei Krankheiten die Hände auflegte.
Der Zufall brachte ihn zur "Handgriffmedizin".
Palmer hatte seine Praxis in einem Hochhaus mit Pförtner. Dieser litt seit mehreren Wochen an Schwerhörigkeit und hatte bereits eine Reihe von Ärzten aufgesucht, ohne das im geholfen worden war. In seiner Not wandte er sich an Palmer.
Palmer war es gewohnt, intensiv mit seinen Händen zu arbeiten. Während Palmer seine Hände an Kopf und Nackenbereich des Pförtners legte, befragte er ihn ausführlich zu seiner Schwerhörigkeit. Erstaunlicherweise konnte ihm der Pförtner genau die Umstände nennen, bei welcher seine Schwerhörigkeit entstanden war: In einer verkrampften, gebückten Haltung, hatte er etwas Schweres angehoben. Dabei oder danach hatte er das Gefühl, dass etwas in seinem Rücken geknackst oder abgedrückt worden sei. Unmittelbar danach war er taub geworden.
Palmer fühlte in der Halswirbelsäule des Pförtners eine leicht verschobene Stelle. Er erinnerte sich, dass es in seiner schwedischen Heimat bei den Naturheilern Handgriffe gab, verschobene Wirbel zu korrigieren. Also versuchte er den Wirbel zu fassen und zurückzubewegen. Der Versuch gelang und die Schwerhörigkeit seines Patienten war auf der Stelle verschwunden.
Dieser Erfolg der Handgrifftechnik beeindruckte Palmer zutiefst und er forschte bei Farmern und Indianern seiner Umgebung nach solchen alten, überlieferten Griffen und Techniken. So entstand eine Sammlung von Handgriffen zur Korrektur von Wirbelsäule und Gelenken.
Palmer gab dieser uralten Heilkunst den neuen Namen "Chiropraktik" und gründete eine Schule, welche er zunächst „School“ und später "University of Chiropractic" nannte. > zum Seitenanfang > zum Seitenende
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Heilpraktiker und Chiropraktik?
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Dieser "wissenschaftlich" anmutende Namen für die uralte Handgriffmedizin führte dazu, dass der Begriff Chiropraktik auch in Deutschland mehr und mehr gebräuchlich wurde. Weil praktisch jedoch nur Heilpraktiker die Chiropraktik und die Homöopathie ausübten, ergab sich eine interessante Entwicklung: im Volksmund bezeichnete man die Heilpraktiker nicht als Heilpraktiker, sondern nur als Chiropraktiker oder Homöopathen.
Folgerichtig war es darum 1953 auch ein Heilpraktiker, namens Werner Peper, der ein erstes Standardwerk über die alten Handgriffe der Volksheilkunde veröffentlichte. Er verwandte dazu zwar die Bezeichnung Chiropraktik, betonte aber zugleich, dass die von ihm veröffentlichten Handgriffe nicht aus der amerikanischen Sammlung, sondern von deutschen Naturheilern stammten und schon seit Generationen angewandt wurden. > zum Seitenanfang > zum Seitenende
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Schulmedizin und Chiropraktik?
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Die Schulmedizin war von der Chiropraktik nicht begeistert, weil sie wissenschaftlich nicht erklärbar war und von Heilpraktikern ausgeübt wurde. Infolgedessen wurde Chiropraktik von der Mehrheit der Ärzte und Orthopäden als unwirksame "Quacksalberei" abgelehnt und in den 60er Jahren sogar der Psychotherapie (!) zugeordnet.
Aber die Erfolge der Chiropraktik waren nicht von der Hand zu weisen und so ergab sich eine Kehrtwendung in Teilen der Schulmedizin. Wurde bis dahin die Chiropraktik als unwissenschaftliche, gefährliche "Knochenbrecherei" der Heilpraktiker abqualifiziert, versuchte man nun unter dem Begriff „Chirotherapie“ oder „Manuelle Medizin“ die Chiropraktik für die Schulmedizin zu vereinnahmen. Darum findet man heute auf den Schildern der Ärzte die Begriffe „Manuelle Medizin" oder „Chirotherapie“ und auf den Schildern der Heilpraktiker das Wort „Chiropraktik“.
Für den Kranken ergibt sich damit die schwierige Wahl – „An wen soll ich mich wenden?!“ > zum Seitenanfang > zum Seitenende
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Wohin soll der Patient sich wenden?
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Die Antwort und zugleich der beste Rat ist, sich dorthin zu wenden, wo der Behandler die meiste Erfahrung hat, sich ausreichend Zeit nimmt und seine Heilkunst ohne Zeitdruck ausübt. Wer sich chiropraktisch behandeln lassen möchte, sollte sich einfach bewusst sein, die Handgriffmedizin ist und bleibt Erfahrungswissenschaft, die viel Ruhe, Zeit und Fingerspitzengefühl erfordert. Der Patient ist dort am besten aufgehoben, wo als Prinzip gilt: lieber „Fingerspitzen statt Spritzen!“ > zum Seitenanfang
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